• Übersichtsplan-Synagoge

     

  • Idde-und-Isometrie

     

  • Schwarzplan

     

  • Keller-Synagoge

     

  • Schnitt-Synagoge

     

  • Schnitt2-Synagoge

     


Eine Synagoge für Bochum Die Aufgabe war, eine neue Synagoge für die jüdische Gemeinde Bochum- Herne- Hattingen zu entwerfen. Vorraussetzung war die intensive Auseinandersetzung mit dem jüdischen Glauben und den Anforderungen einer Gemeinde an eine Synagoge, um zu einer eigenen neuen Interpretation zu kommen. Das vorgesehene Grundstück liegt hoch über der Castroper-Str. auf direktem Wege in die Innenstadt. Das Gebiet hat mit seiner Mischbebauung keine eindeutige Ordnung. Noch Westen wird das Grundstück durch eine dichte Baumreihe zum Dialysezentrum hin abgegrenzt. Im Norden läuft die L.-Rebbert-Allle direkt auf Grundstück zu. Sie bietet eine direkte Anbindung an den Vorplatz des Planetariums. Das östlich gelegene Planetarium dominiert auf gleicher Höhe des Grundstückes die städtebauliche Situation. Nach Süden endet das Grundstück am Hang zur Castroper Str. hin und bietet zu Ihr einen natürlichen Schutzwall. Der Entwurf „Synagoge“, ist die Griechische Bezeichnung für Versammlung, der hebräische Begriff bedeutet „Haus der Versammlung“, und bezeichnet die zentrale Stätte des Gebets, des Lernens und der Zusammenkunft der jüdischen Gemeinde. Der Hauptgedanke des Entwurfes ist ein kompakte Baukörper, der auf dem unteren Niveau der Grundstückes in den Hang eingeschoben ist. Die Form wird auf obenauf durch die umlaufenden Mauer, die alle Funktionen der Synagoge zusammenbringt nachgezeichnet. Als markante Zeichen ragen der Kubus, (die eigentliche Synagoge), und der Gemeinderiegel heraus. Ziel war es eine kompaktes Gebäude mit klarer Form und lebendigem Inhalt zu schaffen. So sind in der Lösung alle drei wichtigen Funktionen direkt mit einander verknüpft. Die strenge Ausrichtung nach Osten, und die mit irrer nach innen gewandten Architektur angestrebte Wirkung, die Konzentration auf das innere der Gemeinde, die Gemeindemitglieder sind der Ursprung für die Form der Lösung Die Gemeinde: Der nördliche vier geschoßige Riegel nimmt in der Eingangsebene alle nötigen Funktionalen Räume für Sicherheitskontrolle, Anlieferung, und neben der Garderobe, im hinteren Teil die Küchenräume gegenüber des Veranstaltungssaales auf. In der Mitte gegenüber des Hofes, liegt die Wochensynagoge als täglicher Gebetsraum- und Andachtsraum. Auf der ersten Ebene liegen zuerst die Räume der Sozialabteilung mit einem Wartebereich, und im hinteren Teil die Gemeindeverwaltung. Die oberste Ebene bietet Platz für alle Gemeindeveranstaltungen, Jugendgruppen, Lern- Leseräume und die Bibliothek. Im Untergeschoss liegt im vorderen Teil die Mikwe, das jüdische Ritualbad, mit seinen nötigen Umkleideräumen. Durch die seitlichen Lichtnischen wird eine ruhige und andächtige Atmosphäre geschaffen. Veranstaltungen, Feste, etc.: Für alle möglichen Ereignisse steht der Gemeinde der große Veranstaltungssaal im hinteren Teil der Synagoge zur Verfügung. Der Raum lässt sich Teilen, und öffnet sich bei gutem Wetter zum Hof, und bei Bedarf zur Halle, um so das ganze Haus mit einzubeziehen. Die beiden koscheren Küchen befinden sich, sowie die Toiletten, Treppen und Aufzug direkt gegenüber des Saals. Die großen Glasflächen schaffen eine helle, freundliche Atmosphäre für Begegnungen auch über die direkte Gemeinde hinaus. Über den Hof erreicht man auch die Dachterrasse, die bei gutem Wetter für Gemeindefeste genutzt werden kann. Über die dreiläufige Treppe erreicht man zunächst auch das oberste Niveau des Grundstückes, und bietet so eine Aus und Zugang zu den Grünflächen des Gemeinde Grundstückes. Die Synagoge Der Grosse Kubus ist, wie seine Hauptmöbel, der Thoraschrein, Almenor (Bima), und die 12 Sitzreihen streng Richtung Osten, nach den liturgischen Anforderungen der Religion ausgerichtet, und bietet über 250 Personen Platz. Die Damenempore ist über die Galerie in der Halle direkt zu erreichen. Die Kubus wird einzig über das große Oberlicht mit dem Davidstern in der Konstruktion belichtet und bringt so zentral ausreichend Licht für die Thoralesungen in den Raum. Das Material Die umfassenden Wände/ die Mauer sind in glattem Sichtbeton hergestellt, und bilden so eine einheitliche, monolitisch wirkende Hülle. Neben den großen Glasflächen des Saales und der Öffnung zum Hof hin fällt großzügig Licht durch die Oberlichter in die Halle. Hier zeigt sich gleich beim Eintritt durch die Säulenreihe, die das Eingangsportal bilden, der große, und weithin sichtbare Kubus. Er bildet nach außen hin einen ruhigen Gegenpol zur dominierenden Kuppel des Planetariums. Der Kubus wird von außen mit dunklem rauem Schiefer bekleidet, der ein vielfältiges Lichtspiel der Oberfläche erlauben soll. Das Konzept Das Gebäude versteht sich als Haus der jüdischen Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen, und soll ein lebendiges Leben in allen Bereichen um, und innerhalb der Gemeinde ermöglichen. Ein zusammentreffen der unterschiedlichsten Gruppen innerhalb der Gemeinde soll gefördert, und in den religiös behafteten Räumen die nötigen Rückzugsmöglichkeiten geboten werden. Nach außen hin ist es ein geschlossener Baukörper, der nicht nur den nötigen Sicherheitsvorschriften Rechnung trägt, sondern vor allem vom interessierten Besucher ein eintreten in die Synagoge verlangt. Erst wenn die Säulenreihen durchschritten sind gibt es die Möglichkeit die ganze Struktur zu erfahren, und zu lernen.